AGILE WORKING: IT als Enabler des flexiblen Arbeitens

24. April 2014

AGILE WORKING: IT als Enabler des flexiblen Arbeitens Bekanntes bestätigen lassen, Neues lernen und alles in interessanten Runden hinterfragen und diskutieren. 54 Teilnehmende profitierten von einem informativen Nachmittag im Auditorium des TECHNOPARKS Zürich. In 6 sehr gelungenen Referaten wurde das ABC (Attitude, Behaviour, Culture) des Agile Workings ausgeleuchtet und anhand von Erfahrungsberichten dessen Praxistauglichkeit aufgezeigt.

Prof. Dr. Hartmut Schulze, Leiter des Institutes für Kooperationsforschung und -entwicklung der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigte in seinem Referat mit dem Titel „Mobil-flexible Arbeit - Chancen und Herausforderungen für Mitarbeitende, Führungskräfte und Organisationen" auf, dass Home-Office und flexibles Arbeiten sowie die Argumente für resp. wider diese Arbeitsformen, keine Phänomene der Neuzeit sind. „Work is not a place, it's a thing you do" trete wieder vermehrt in den Vordergrund bei der Diskussion von Arbeitsformen und der Gestaltung von Arbeitsplätzen. Anhand von Resultaten aus verschiedenen Studien zeigte Hartmut Schulze auf, dass für flexibles Arbeiten klare Regeln nicht nur notwendig sondern von den Mitarbeitenden auch explizit gewünscht sind, denn „Organisationen müssen Mitarbeitende in flexiblen Arbeitsformen darin unterstützen, sich vom Unternehmen bzw. von der Arbeit abgrenzen zu können". Wichtig sei auch die Grenzen der Flexibilität zu erkennen: „Agile Working ist nicht für jeden passend" zeigte Hartmut Schulze weiter auf. Wie in vielen anderen (arbeits-) psychologischen Bereichen sei ein klar geregeltes Sowohl-als-auch viel nutzbringender als ein striktes Entweder-oder.

Andreas Blum, Leiter Solution Center Cargo, Konzernbereiche und Arbeitsplatz SBB IT erläuterte unter dem Titel „Weichenstellung bei der SBB - ein ganzheitliches ICT Arbeitsplatzkonzept für Zusammenarbeit und Transformation im Unternehmen" wie die SBB die Arbeit flexibler gestalten wollen. Ein ganzheitliches ICT Arbeitsplatzkonzept soll den Weg dazu ebnen. Weniger Gedränge im Zug oder auf den Strassen während der Hauptverkehrszeiten, ein Arzt-Termin nicht ausschliesslich zu Randzeiten, oder im Büro je nach Art der Tätigkeit in einer anderen Zone arbeiten, diese Vorteile bringe mobiles Arbeiten für Mitarbeitende, Arbeitgeber und Pendler. Entscheidend zur Akzeptanz und damit zum Erfolg, trage die ganzheitliche Konzeption des ICT Arbeitsplatzes bei. Andreas Blum zeigte auf, wie die SBB Technologie, Kulturentwicklung und Unternehmensstrategie in Einklang bringen wollen, um die ambitiösen Ziele und die hohen Erwartungen erfüllen zu können.

Conny Scharfe, Senior Consultant bei der Swiss Re und Global Lead der Own The Way You Work Initiative, zeigte in ihrem Erfahrungsbericht „Own The Way You Work @ Swiss Re" auf, dass der kulturelle Change viel anspruchsvoller ist, als die Lösung rein technischer Fragen. "Wir haben mobile Arbeitsgeräte und Arbeitsplätze, aber die agile Kultur die es dafür benötigt, die haben wir nicht" so Conny Scharfe. Swiss Re lancierte darum eine globale Initiative, die einen ganzheitlichen Blick auf die Unternehmenskultur wirft und den Mitarbeitenden den Weg in ein agiles Arbeitsumfeld erleichtern soll. In ihrem Erfahrungsbericht zeigte sie das Spannungsfeld auf, wenn mobile Technologien auf geregelte Arbeitszeiten treffen, wenn flexible Arbeitsplätze die Vertrauensfrage zwischen Mitarbeitern und Führungskräften verschärft und wenn globale Initiativen lokale Einsichten notwendig machen.

Marianne Honegger von IT Logistics der Credit Suisse, Information Technology reflektierte die Erfahrungen mit flexiblen Arbeitsmodellen unter dem Titel „Smart Working @ Credit Suisse". „My workplace is my castle!" - Auch in flexiblen Arbeitsplatzumgebungen sei diese Aussage wahr - und spürbar - führte Marianne Honegger aus. Die Veränderung jedes Einzelnen in seinem Denken, Fühlen und Handeln sei der Schlüssel zum Erfolg eines non-territorialen Arbeitsplatzkonzeptes - nebst neuartigen Möbelkonzepten, veränderten Prozessen, standardisierten und auf hohem Niveau zur Verfügung gestellten IT-Infrastrukturen und einer dem mobilen Arbeiten angepassten Betriebsorganisation. In ihrem Praxisbericht aus dem „Uetlihof 2 Smart Working" ermöglichte Marianne Honegger den Teilnehmenden einen Einblick in die konkreten Erfolge. Sie erklärte die erfüllten Erwartungen des Desksharing-Modells, die vor- und unvorhergesehenen Schwierigkeiten und zeigte mit einem Ausblick auf die Zukunft des Smart Working-Konzeptes bei der Credit Suisse auf, dass non-territoriale Arbeitsplatzumgebungen nicht einem Trend folgen sondern immer mehr zu einem globalen Standard werden. Dass Agile Working Mitarbeitende auch aus ihrer Komfortzone reissen und dadurch Irritationen auslösen kann, zeigte Marianne Honegger mit ihrem engagierten Referat, indem sie den Besuchern genau dies antat: Sie „riss" die Tagungsbesucher aus der Komfortzone ihrer Stühle und liess sie ihrem Referat in zwar nicht irritierender, doch aber ungewohnter Form folgen. Damit konnte Marianne Honegger konkret aufzeigen, dass ein Arbeitsplatz rasch und sinnvoll der gerade in diesem Moment ausgeübte Tätigkeit angepasst werden soll. Genau diese Flexibilität ist einer der grossen Pluspunkte von Smart Working.

Thomas Gfeller, IT Consultant bei der In&Out AG erläuterte in seinem Erfahrungsbericht, dass „Choose your own Device" Teil der Unternehmenskultur der In&Out AG ist. Eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist, sei integraler Bestandteil einer produktiven Arbeitsweise. Homeoffice und/oder Büro? Mac oder Windows? Geschäftshandy und/oder ein privates Mobiltelefon? Die Wahl liege, entlang gewisser Vorgaben, bei den Mitarbeitenden. In seiner Präsentation erklärte Thomas Gfeller den Setup, die technische wie auch organisatorische Implementierung und sprach über die konkreten Erfahrungen welche die Mitarbeitenden und auch die Firma damit sammeln konnten.

Thomas Bryner, Executive Social Business Consultant bei der IBM Corporation führte in seinem Referat "How Enabling Agile Working Impacts Your Bottom-Line" aus, dass Agile Working weniger eine Massnahme wie bspw. die Einführung von BYOD, sondern vielmehr ein ganzes Bündel strategischer Initiativen sei, welche in orchestrierter Weise ein Ziel verfolgen: die Performance der Unternehmung zu steigern. Er zeigte auf, wie Agile Working Aspekte der Organisation, der Kultur, der Technologie und auch des persönlichen Verhaltens tangieren. Anhand der Lessons Learned aus über einer Dekade praktischer Umsetzung solcher Initiativen, erläuterte er warum Agile Working auf der Agenda jeder Unternehmung stehen sollte, wie das Thema in einer 360° Perspektive angegangen und Fallstricke vermieden würden.

Der ICMF dankt allen Referentinnen und Referenten für die sehr engagierten und kompetenten Referate und Präsentationen und für die sehr spannenden Einblicke in ihr Umfeld die sie damit allen Besuchern der Tagung ermöglichten.

Für Mitglieder des ICMF stehen die Präsentationsfolien aller Referentinnen und Referenten im Internet zum Download zur Verfügung.

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